Rechtsextreme Gesundheitsfanatiker mit Stromgitarren?
Heise berichtete am 22. April von Rechtsextremen, die die Hardcore und Straight-Edge-Szene übernehmen wollen. Genial wird das eigentlich erst, wenn man sich die Videos von diesen Leuten ansieht. Da wird Volkstümelei mit Gesundheitsfanatismus, harter Musik, Ausländerhass und Homophobie vermischt. Alles sehr krude. Nichts desto trotz ist der Artikel sehr lesenswert, zeigt er doch ein weiteres Themenfeld auf, dass die Rechten von der linken Subkultur für sich beanspruchen wollen. Und es gibt ja so schöne Zitate in dem Artikel!
Dort wettern sie gegen eine multikulturelle Gesellschaft, gegen Rassenvermischung und fordern Artenschutz für Deutsche in der Bundesrepublik.
[...] bei MySpace.com bleibt einem nichts mehr erspart: [...] Motto: Hallo ich bin Nazi, lass uns Freunde werden.
So klärt die ökofaschistische Seite über Straight Edge und Hintergründe auf [...]. (Hier vor allem bemerkenswert das Wort ökofaschistisch, dass ja auch von einigen grünen Ökos gerne mal etwas unbedacht gesagt wird.)
(hübsche Selbstkritik:) Straight Edge verkam so zu einem dogmatischen Imperativ in der Spaßgesellschaft und wurde auch für die Rechte interessant.
Bei all den Verwirrungen in und Anpassungsleistungen an die Mitte bleibt Rechtsextremismus dennoch vor allem eines: so plakativ wie dumm. Der Feind ist immer der „Andere“, das Andere bleibt nur bis zu einem gewissen Grad austauschbar, Schuld aber haben immer Andere. Und daran wird auch das kleine bisschen Offenheit für schnellen Hardcore nichts ändern.
Für mich hat Genussfähigkeit allerdings nicht wirklich etwas mit purer Enthaltsamkeit zu tun. Auch, wenn ich es immer wieder faszinierend finde, Straight-Edge-Menschen zu treffen, nehme ich mit einigen Freund_innen am Wochenende am Global Marijuana March teil. Tja…. Für eine neue Drogenmündigkeit!





