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Nimm dein Flaggerl für dein Gaggerl

Dezember 15, 2007

Juhu! Die grünalternative Jugend Österreich hat eine kleine Antinationalismuskampagne entworfen!

Schade: Angesichts der Kommentare im grüne-jugend-blog scheint es noch unzählige Menschen zu geben, die tatsächlich „Liebe“ zu „ihrem Land“ empfinden. Und das im 21. Jahrhundert. Na Prost Mahlzeit.

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4 Kommentare leave one →
  1. Martin permalink
    Dezember 19, 2007 4:30 pm

    Die Frage die sich mir hier stellt ist folgende: Wie soll eine Nation bzw. deren Einwohner den Schritt zwischen Nationalbewusstsein und einem gesamteuropäischem Bewusstsein schaffen ohne sich der Eigenheiten der durch nationale Grenzen geschaffenen Kultur bewusst zu sein?

    Stumpfsinniger Nationalismus oder hirnverbrannte Rassenlehre haben nichts mit der Zuneigung zu der landestypischen Mentalität, Kultur und der Landschaft der eigenen Nation zu tun. Ich kann landestypische Eigenheiten mögen und diese „Liebe“ auch offen zugeben, während ich gegen Tyrannei und für ein vereintes Europa bin.

    Das Problem dieser Kampagne ist, dass es alle Menschen die eine gewisse Zuneigung für ihr Land besitzen, mit altertümlichen Nationalisten in einen Topf wirft. Diese unreflektierte und erschütternd dumme Aussage verleugnet zum einen das Faktum der Kulturenvielfalt und zweitens ist es ein Schlag ins Gesicht eines Jeden der darauf hofft eben seine Kultur mit anderen teilen zu können und sich auszutauschen. Denn um anderen Kulturen die eigene verständlich zu machen, muss man dazu stehen und sich ihrer bewusst sein.

    Da diese Kampagne auf die Nationalflagge losgeht, sehen viele Leute falsche Werte angegriffen und reagieren mit Ablehnung und Unverständnis auf diese Botschaft. Der Fehler ist, dass Botschaften wie „Heimat im Herzen, Scheiße im Hirn.“ bei kaum jemanden den Horizont erweitern, ganz im Gegenteil, die Botschaft zeugt vom begrenzten Horizont ihrer Propheten.

  2. katharina permalink
    Dezember 20, 2007 11:43 pm

    Kultur ist doch nicht durch nationale Grenzen definiert… Du findest wohl österreichische Kulturelemente auch in Deutschland, Ungarn usw. So kann sich auch ein europäisches Bewusstsein – ein Europa der Regionen – etablieren, welches sich fern von nationalem Grenzen-, aber immer noch mit Kulturbewusstsein versteht.

    Wie kann ein Mensch bitte Zuneigung zu einem Land empfinden…. Empfinde ich „Zuneigung“ (sic!) zu Stuttgart? Nein… eher noch zu Berlin, aber auch zu Prag und Wien. Vielleicht zu Großstädten… und warum soll das auf nationale, gemachte Grenzen spekulieren, die etwas mit Flaggen zu tun haben?

    Natürlich sollte ein Bewusstsein für andere Kulturen vorhanden sein. Aber ich verstehe wirklich nicht, warum du das so konkret an Nationen festmachen willst, wo sie doch ein völlig unnötiges klassifizierendes Stückwerk sind.

  3. Julia permalink
    Dezember 21, 2007 11:19 am

    Es gibt keinen positiven Patriotismus!

    Ansonsten: Das war keine Kampagne. Jemand hat das ins Fenster gehängt und schwupps kam die Kampagne von heute.at. Der Standard berichtete nur.

    Alles sehr aufregend für die Grünen in Österreich.

  4. Martin permalink
    Dezember 22, 2007 2:07 pm

    Die Frage warum ich kulturelle Identität an einzelnen Nationen festmache ergibt sich aus der Entwicklung der europäischen Nationen. Die Grenzen wurden hauptsächlich durch kulturelle Ähnlichkeiten gezogen, dort wo dies nicht der Fall war, kam es sehr schnell zu gewalttätigen Konflikten.
    Mir ist natürlich klar, dass Nationalität nicht automatisch für ein jedes Grätzl die kulturellen Eigenheiten festlegt. Sonst könnten z.B. in Italien die Unterschiede zwischen den einzelnen Dialekten nicht so groß sein.
    Jedoch kann, durch die bereits erwähnte Grenzziehung, die der Begriff Nation als Überbegriff für die Gesamtheit der kulturellen Elemente eines Landes gesehen werden. Das die Nationalität als Identifikationsmerkmal für Kultur allein zuwenig ist, ist mir dabei natürlich klar. Dieses Manko ergibt sich aus den vielen einzelnen Zutaten einer Kultur, die jedoch zumeist aus dem Gebiet einer Nation stammen. (Z.B.: ist die Schweiz hier komplexer)
    Damit sollte auch klar werden, warum sich manche Menschen durch solche Transparente bzw. Sprüche angegriffen fühlen.
    Ich persönlich glaube die Bedeutung der Nachricht verstanden zu haben, jedoch hinterfrage ich den strategischen Hintergrund der Aktion. Mir kommt es so vor, dass es mehr schadet als nützt.

    Zu der Zuneigung zu Großstädten: Ich muss gestehen ich war in noch keiner deutschen Großstadt aber die Unterschiede zwischen Prag, Warschau oder Wien sind bereits so gravierend, dass ich diese urbanen Gebiete und ihre Kultur nicht in einen Topf werfen möchte.

    Zu Patriotismus: Die Frage ist natürlich als was Patriotismus verstanden wird. Wenn es als Vaterlandsliebe und Isolierung von einer Gruppe Menschen von anderen verstanden wird, ist mir klar warum er nie eine positive Bedeutung bekommen kann.
    Aber Patriotismus kann auch bedeuten, der Gesellschaft in der man lebt und aufgewachsen ist durch persönliche Opfer nützen zu wollen. Sei dies der Zivildiener der bei -3° Celsius drei Stunden beim Zebrastreifen steht und Kinder rüber begleitet (so undankbar die Krätzen auch sind) oder der Soldat der sich zum Schutz anderer an die Grenze stellt und die Dörfer dahinter schützt. (Wie es bereits bei der Jugoslawienkrise in Österreich der Fall) Bei patriotischen Taten kann es auch um gesellschaftsstützende Aktionen handeln und nicht nur um das Verschließen der Augen vor der Zukunft.

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