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Voll am Alltag junger Menschen vorbei, Herr Seehofer!

März 17, 2008

Folgender Text ist ein Beitrag von mir im Diskussionsforum des Internetjugendmagazins „Schekker„, das von der Bundesregierung herausgebracht wird. Es handelt sich hierbei um eine Antwort an Herrn Seehofer, den Verbraucherschutzminister, auf seine Aussagen im Interview.

Da ist die Frage nach konventionellen Lebensmittel und sie behaupten, es gäbe keinen Unterschied! Nur, dass bio bedeuten würde: „Das wird umweltschonender hergestellt!“. Sollte Bio nicht zum Standard werden, wenn dem der Fall ist? Können Sie auch einmal an die Zukunft jüngerer Leute denken, die u.a. dank umweltschadender Landwirtschaft am Klimawandel mehr zu leiden haben als Sie, der Sie weiterhin nichts wirksames dagegen tun? Und wie können Sie bitte behaupten, dass es „gesund“ sei, wenn die Umwelt unzähliger Menschen durch Pestizide und Feinstaubpartikel (durch lange Transportwege) belastet wird?

Dann diese Leier von den teuereren Lebensmittel aufgrund der großen Nachfrage. Angeblich auch noch aus Asien! Angeblich auch noch nach Milch! In einem Kontinent, wo ca. die Hälfte der Bevölkerung von einer Laktose-Intoleranz betroffen ist. Da sollte man sich doch ein paar Fragen mehr stellen, finden Sie nicht auch?

Was Preisabsprachen der Wirtschaft und Kartellrecht jetzt unmittelbar mit Gentechnik zu tun haben, ist mir auch nicht wirklich ersichtlich. Sie sagen noch, dass Sie Gentechnik nicht aus ökonomischen Gründen fordern wollen, bringen aber eine hahnebüchende ökonomische Argumentation auf, mit der Sie sagen wollen, dass es seitens der Regierung nicht möglich ist, irgendetwas dagegen zu tun. Wenn Sie es ernst meinen mit dem Satz: „Der Schutz von Mensch und Umwelt ist oberstes Gebot.“, dann müssen Sie sich schon einmal selbstkritisch fragen, wie Sie es verantworten können, noch nicht ausreichend erforschten und höchstwahrscheinlich nach (nicht nur) neuesten Erkenntnissen zutiefst schädelichen Genmais-Anbau möglich zu machen.

Zur Ernährung Jugendlicher: Nehmen Sie doch einmal junge Menschen ernst und werfen Sie ihnen nicht gleich vor, die würden nur Junk Food essen. Bei den unter 30-jährigen in Deutschland ist die Quote an VeganerInnen und VegetarierInnen höher als in allen anderen Altersgruppen. Die Frage war auch nicht, ob sich Jugendliche gesund ernähren sollen, sondern WIE sie das preisgünstig machen können. Konkrete Beispiele Ihrerseits: Ab und zu einen Apfel. Aha. Setzen Sechs.

Und dann noch zum letzten Punkt: Halten Sie es wirklich für eine großartige Neuerung, dass VerbraucherInnen jetzt über Gammelfleisch informiert werden müssen? Finden Sie den Fehler?
Und achja: Giftiges Spielzeug kommt aus China, aber hauptsache unsere Lebensmittel sind gesund. Leider konnte ich das oben wiederlegen. Und nun?

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