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Runter von der Couch!

April 3, 2008

Advocacy 2.0: Digitaler Aktivismus- Kampagnen und NGOs im Netz
mit Volker Gassner, Christian Scheifl, Geraldione Bastion, Markus Beckedahl und Benedikt Köhler

Ein Greenpeace-Aktivist, ein Politikwissenschaftler von der Aktion Mensch, ein Netzpolitiker und ein Blogger, der an der Bundeswehr-Uni lehrt und die Free-Burma-Blog-Aktion gemacht hat. Und eine Frau. Was für eine Kombi.

Die kritische Masse an politisch Interessierten und Aktiven ist vorhanden. Auch viele Online-AktivistInnen sind da. Was für ein sympathisches Umfeld.

Online-Aktivismus ist analog zu „realem“ Aktionismus sehen, sagt jedenfalls Volker Gassner. Ansonsten stellen die Personen auf dem Podium gerade nacheinander ihre Organisationen und Projekte vor. (Nebenbei erfahre ich, dass mein Mitbewohner einen Job bekommen hat! Yeah!) Interessant ist die Frage, ob man nicht online und offline Kampagnen zusammen denken muss (was ich auf jeden Fall denke). Und lustiger Kommentar: „Früher kannte man alle 30 Leute sich it netzpolitik beschäftigt haben“. (Markus Beckedahl) Und auf einmal waren das im September 07 15.000 Menschen bei einer Demo. Und dann noch über 30.000 Menschen haben einen Brief abgeschickt, der eine Klage gegen die Vorratsdatenspeicherung beinhaltete. (Und das bei Menschen, die echt selten einen Stift in die Hand nehmen.) Und es gab WahlbeobachterInnen in Hessen. (Wegen der Wahlcomputer.) Und auf einmal machte das total viel Spaß, mit vielen Menschen über das Internet Politik zu machen.
Und ich will jetzt diesen Button haben. Von wegen: hard bloggin‘ scientist. Juhu!

Bei der Free-Burma-Aktion haben ganz viele unterschiedliche Menschen mitgemacht. Beispielsweise mehr über 50 als unter 20. Es hat übrigens nicht nur als copy und paste-Modell funktioniert. So wurden die Banner zu über 1/3 selbstständig gestaltet, und noch einmal mehr als 1/3 der TeilnehmerInnen haben einen eigenen Text dazu geschrieben. 25% der TeilnehmerInnen haben zum ersten Mal an einer solchen Online-Kampagne teilgenommen! Als BloggerInnen hatten sie wahrscheinlich ein Gefühl der abstrakten (Mit-)Betroffenheit, denn in Burma waren auch BloggerInnen von den Repressionen betroffen. Zudem wurde das Protestbloggen als Mikroaktivismus wahrgenommen.

Aber wie wird Protestblogging in der Öffentlichkeit außerhalb der Blog-Szene wahrgenommen? Wird es überhaupt wahrgenommen?
Greenpeace jedenfalls kann über (auch positive) Reaktionen seitens von Unternehmen erinnern. (Gutes Beispiel ist hier wahrscheinlich: Green my apple.) Markus berichtet von der Live-Streaming-Aktion bei einer Lobbyismus-Veranstaltung, die eigentlich intern gedacht war. (Es ging um Windows vs. Linux im Bundestag. Dazu auch bundestux.) Sogar die free-Burma-Aktion kam in ein paar etablierten Medien, obwohl die ja lediglich online stattfand. Allerdings wiederum die Online-Demo für Pressefreiheit mit ca. 100.000 AktivistInnen wurde nicht wahrgenommen.
Im Gegensatz zu dem Pessimisten, der dies sagte, würde ich sagen, dass dies auch mitunter an der Themensetzung liegt. Burma war damals eben ein allgemein besprochenes Thema, während es weltweite Pressefreiheit leider nicht ist. Also hatte auch die Burma-Aktion einen wichtigen offline-Bezug und war „lediglich“ ein Zusatz.

Was ich eine ganz hübsche Theorie finde, ist, dass Menschen, die offline an Aktionen teilnehmen in einem Gesamtkonzept manchmal auch dazu bewogen werden können, online aktiv zu werden und das dann allerdings auch in vielfältigen Formen! Und damit könnte doch auch Aktivismus generell wieder in sich bestärkt werden. Und mehr unterschiedliche Menschen kommen ans Netz! Juhu! Das wird ein Spaß!

Fazit: Do something! It works!

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